Warum Theorie und Kontext?

Wenn in Schule über Digitalisierung diskutiert wird, stehen vorerst meist technische Fragestellungen im Vordergrund.

  • Welche App ist für welchen Zweck geeignet?
  • Welches mobile Gerät ist das Beste?
  • Welche Plattform kann am meisten?
  • Welche Programme dürfen auf keinem Rechner fehlen?
  • […]

In meiner Terminologie sind das keine Fragen zum Thema Digitalisierung, sondern Fragen, die im Kern auf eine bloße Technisierung von Unterricht hinauslaufen werden, wenn sie ohne Perspektive einer veränderten Lernkultur gedacht und beantwortet werden. Es gibt auf alle diese Fragen Antworten. Hier auf dieser Seite vor allem im Bereich „Schulträger“. Diese Fragen sind allesamt auch berechtigt. Ich verwende in Vorträgen häufig diese Folie:

Das Henne-Ei-Problem der Digitalisierung

Genau so gefährlich finde ich in diesem Kontext die Stigmatisierung von Strukturen, in denen Digitalisierung in Schule vorerst vorwiegend technisiert gedacht wird. Das geschieht nach meinen Erfahrungen vorwiegend in sozialen Medien durch „Veteranen“ der „digitalen Bildung“. Es ist deswegen gefährlich, weil es oft genug eher zu Trotz und Ablehnung führt und damit genau das Gegenteil von dem in der Praxis erreicht, was das eigentlich häre Ziel ist: Der Bereitschaft, an Haltung zu arbeiten.

Kritik an technisiert denkenden Strukturen halte ich auf der Sachebene für berechtigt. Ich zweifle nur an, ob sie momentan zu dem führt, was in den Gedanken so mancher Bildungsdenkender erreicht werden soll. Die Sache interessiert mich persönlich sehr. Mehr interessieren mich Auswirkungen und tatsächliche Umsetzungen – die Sache kommt dann ganz von selbst bei den Schüler*innen an.

Meinen Ansatz, damit umzugehen, habe ich in der Einleitung zu meinem einstigen Buchprojekt festgehalten. Im Wesentlichen versuche ich, für viele Menschen beispiellose Entwicklungen in einen größeren, anschlussfähigen Kontext einzuordnen.